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Welpenauswahl

 

 

Viele Hundeführer entscheiden sich immer wieder für dieselbe Rasse. Man sollte aber im Hinterkopf behalten, dass Hunde, die derselben Rasse angehören, sehr wohl große individuelle Unterschiede zeigen können. Vertrauen Sie nicht nur dem einen Beispiel, das Sie persönlich erlebt haben, nicht nur der Aussage eines anderen Hundebesitzers oder einer Rassebeschreibung im Internet. Lassen Sie Sorgfalt bei der Wahl ihres Hundes gelten, denn er wird Sie für viele Jahre begleiten.

Wer vor der Entscheidung steht, welcher Hund ihn in den nächsten Jahren begleitet, sollte immer zuerst überlegen, ob  er den Anforderungen des Tieres gerecht werden kann.

Wer Spaß daran hat, mit einem Hund zu arbeiten, wer sich ein wenig mit dem Verhalten und der Lernfähigkeit von Hunden auseinandersetzt und ein vertrauensvolles Verhältnis zu seinem Vierbeiner aufbauen kann, wird erstaunt sein, zu welchen Leistungen dieser fähig ist.

Gute Züchter sind in der Regel begeistert von ihren Hunden. Ein seriöser Züchter hat nichts zu verheimlichen und wird sich deshalb nicht weigern, alle seine Hunde – vor allem die erwachsenen – zu präsentieren. Das, was man dabei sehen kann, ist von besonderer Bedeutung. Achten Sie vor allen Dingen auf die Beziehung von Menschen und Hunden:

 - Fällt Ihnen am Verhalten der (erwachsenen) Hunde etwas besonders negativ auf?
 - Haben die Hunde Vertrauen zu ihrem Besitzer (Züchter)?

 - Machen sie einen zufriedenen, freundlichen, sicheren Eindruck oder wirken sie eher         ängstlich, unsicher, zeigen unangemessenes Aggressionsverhalten?

 - Begegnet der Züchter seinen Tieren mit souveräner Freundlichkeit oder ist eher Stress und unnötige Härte angesagt?

 - Achten Sie auf das Verhalten der Mutterhündin. Könnten Sie sich vorstellen, das dies „Ihr“ Hund ist?

 - Sind die Welpen aufgeweckt, sind sie neugierig und an fremden Menschen sehr interessiert?

 

Die ersten Lebenswochen eines Hundes sind von elementarer Bedeutung für sein späteres Leben. So entscheidet sich zum Beispiel bereits in den ersten sieben Lebenswochen, wer potenzieller Sozialpartner sein kann oder nicht. Tritt der Mensch in dieser Zeit nicht ausreichend als Sozialpartner in Erscheinung, ist eine vertrauensvolle Bindung später kaum noch möglich. Der Welpe muss die Möglichkeit haben, den Menschen als soziales Lebewesen „abzuspeichern“, seine Bewegungen, sein Verhalten einschätzen zu lernen, Körperkontakt herstellen zu können, über Pflege und Spiel Vertrauen aufzubauen.

Bereits in den ersten beiden Lebenswochen, wenn Hör- und Sehvermögen noch nicht „aktiviert“ sind, erfährt der Welpe Umweltprägung über Geruchsinn und taktiles Empfinden. Das heißt, der Welpe, der immer wieder den Geruch des Menschen in Verbindung mit angenehmem Körperkontakt (Wärme, gestreichelt werden usw.) wahrnimmt, ist bereits positiv auf ihn geprägt, noch bevor er ihn sehen und vernehmen kann. Wächst der Welpe im häuslichen Bereich auf, hat er, anders als bei reiner Zwingerhaltung, den Menschen ständig in seiner Nähe. Er lernt dabei nebenbei alle optischen und akustischen Reizquellen des Haushaltes kennen und als ungefährlich einzustufen.

Es ist dabei von besonderer Bedeutung, dass der kleine Hund mit verschiedenen Menschen konfrontiert wird. Ein Kleinkind bewegt sich anders, riecht und spricht anders als ein Schulkind, Männer, Frauen ältere Menschen, farbige Menschen oder solche mit starken Behinderungen, alle sind unterschiedlich in ihrer Erscheinung. Je mehr Personen der Welpe auf positive Weise kennenlernt, desto sicherer wird er später im Umgang mit allen Menschen sein.

Durch unseren Welpenspielplatz sorgen wir für zusätzliche Reizquellen. Kleine Wippen, Gitter oder Stege kann der Welpe überwinden. Dadurch wird seine körperliche Geschicklichkeit wie seine Umweltsicherheit gefördert. Die Lernfähigkeit eines Welpen ist extrem hoch. Das Gehirn eines 16 Wochen alten Welpen ist zu 80 Prozent ausgewachsen, und alle wichtigen Verknüpfungen haben bereits stattgefunden. In dieser Zeit wird er wie ein –Schwamm alles in sich aufsaugen was sich lernen lässt, Positives wie Negatives.

Je enger die Zusammenarbeit von Mensch und Hund sein soll, umso mehr Führigkeit muss vom Vierbeiner erwartet werden. Diese enge Verbindung setzt aber auch eine höhere Sensibilität beim Führer voraus, er muss auch die Signale des Hundes erkennen und einordnen können.

Überlegen Sie gut, ob Sie mit dem sensibleren Hund an Ihrer Seite glücklich werden können, oder ob Sie sich eher einen Dickschädel zutrauen, der auch mal ein schärferes Kommando erträgt. Nur das Team, welches sich durch ein vertrauensvolles Verhältnis und eine enge Bindung auszeichnet, wird auch gute Arbeit leisten.

Stellen sie hohe Anforderungen an den Züchter „Ihres“ Hundes. Vertrauen Sie ihm aber auch bei der Auswahl des richtigen Welpen. Keiner kennt die jungen Hunde besser als er. So muss beispielsweise ein kleiner Rabauke, der überall mitmischt und recht „dominant“ erscheint, gar nicht mehr so souverän sein, wenn er außerhalb des Rudels auf sich allein gestellt ist. Ebenso muss der Welpe, der bei den Besuchen immer am Rand saß und das Geschehen beobachtete, durchaus keine Schlafmütze sein. Er ist vielleicht der Souveränste in der Truppe.

Später liegt es dann in Ihren Händen den gut veranlagten Welpen zu einem wohlerzogenen  Hund zu machen. Bauen sie das Vertrauen zum Menschen, das er in der Kinderstube mitbekommen hat, weiter auf, gönnen Sie ihm Spieleinheiten mit anderen Hunden und gestalten Sie sein Training mit Geduld und Sachwissen.

 

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